Ein Klang aus der Tiefe – DVD-Review Sora no Woto (Sound of the Sky)

Sound_of_the_Sky_cover
©A1-Pictures

 

Uff, ja mich gibt es auch noch. Der letzte Beitrag ist nun auch gute vier Monate(!) wieder her (Studienzeit – Null Freizeit). Das Jahr nähert sich nun mittlerweile seinem Ende und da ich die letzten vier Monate nun auch nicht gänzlich im Studium versank, blieb doch etwas Zeit ein paar neue Serien in meine Sammlung aufzunehmen. Für euch bedeutet das also wieder mehr Beiträge (und gleich mehrere in den nächsten Tagen). Neben mehreren Neuanschaffungen, ging es dieses Jahr auch zum ersten Mal für mich auf die Animaco in Berlin (da ich dort aber nur den letzten Tag da war und auch keine Fotos gemacht habe, überlege ich es mir noch, ob ich dazu einen Beitrag mache, könnt ja mal kommentieren, was ihr so denkt).

Den Beginn macht heute eine Review zu Sora no Woto, den Meisten besser bekannt unter dem englischen Titel Sound of the Sky. Die zwölf-teilige Anime-Serie aus dem Hause A-1 Pictures erschien im Jahre 2010 unter der Regie von Mamoru Kambe, der auch schon bei der überaus erfolgreichen Serie Elfenlied auf dem Regie-Sessel platz genommen hatte. Wer jetzt allerdings ein ähnliches Gewalt-Spektakel erwartet hatte, wird bei Sound of the Sky eines besseren belehrt. Die Geschichte der Serie spielt in einer post-apokalyptischen Zukunft, nachdem die Welt durch einen gewaltigen Krieg auf den technologischen Stand des 20. Jahrhunderts zurückgeschleudert wurde. Im Mittelpunkt der Handlung steht das junge Mädchen Kanata Sorami, eine Kriegswaisen, welche durch das Trompetenspiel einer Soldatin neuen Mut fasste und beschloss selbst der Armee beizutreten, um das Trompetenspiel zu lernen. Ihre anfängliche Begabung dafür ist aber eher sehr bescheiden. Eines Tages weist das Militär sie schließlich einer neuen Einheit zu – dem 1121. Zug der helvetischen Streitkräfte, welcher in der kleinen Stadt Seize stationiert ist. Dort schafft es die etwas tollpatschige aber doch herzensfrohe Protagonistin auch noch an ihrem ersten Tag zu spät zu kommen, sehr zum Missfallen ihrer direkten Vorgesetzten Oberfeldwebel Rio Kazumiya. Diese soll der neuen Soldatin nämlich das Trompetenspiel beibringen. Angeführt wird der Trupp von Leutnant Felicia Heidemann, die darauf besteht, dass der Rang keine Rolle besteht, sodass der Trupp eher einer kleinen Familie gleicht, als einer wirklich militärischen Einheit. Weiterhin gehören zu der Einheit noch die Mechanikerin und Panzerfahrerin Unteroffizier Noel Kannagi, sowie die Soldatin Kureha Suminoya.

Schnell lebt sich Kanata in der Gruppe und ihrer neuen Umgebung ein und verbessert sogar nach und nach ihr Trompetenspiel. Innerhalb der nächsten Monate erleben die fünf Mädchen verschiedene Abenteuer und immer mehr wird dem Zuschauer dabei auch die traurige Vorgeschichte offenbart, die zum Stand der Welt in der Serie geführt hat. Im weiteren Verlauf spitzen sich die Ereignisse zu, als sich die Friedensgespräche mit dem Römischen Reich immer weiter in die Länge ziehen und eine erneute militärische zwischen den beiden Nationen unausweichlich scheint.

Die fünf Hauptfiguren der Serie (v.l.n.r.): Noel Kannagi, Felicia Heidemann, Kureha Suminoya, Kanata Sorami und Rio Kazumiya
Die fünf Hauptfiguren der Serie (v.l.n.r.): Noel Kannagi, Felicia Heidemann, Kureha Suminoya, Kanata Sorami und Rio Kazumiya (©A-1Pictures)

Zeigt sich Sound of the Sky zum größten Teil eher als eine klassische Slice-of-Life-Serie, so wandelt sie sich zum Schluss zu einer gut gelungenen Anti-Kriegs-Story. Die Hauptprotagonisten, von denen jede eine andere Kriegs-Vergangenheit bewältigen muss, sind dabei die Triebfeder der Geschichte. Das Charakterdesign der Serie orientiert sich stark an Serien wie K-On!, spricht also vor allem Moe-Fans an. Dies ist meiner Meinung nach der Serie nicht abträglich, ist aber auch ein Kritikpunkt vieler, den ich in gewissen Zügen nachvollziehen kann. Gerade im Vergleich mi K-On! gleichen die fünf Mädchen aus Sound of the Sky mit ihren Charakteren doch stark ihren musikalischen Kolleginnen aus dem Hause Kyoto Animation.
Der Hauptprotagonistin Kanata wird ihre Stimme durch Hisako Kanemoto verliehen, welche man u.a. aus Serien wie Durarara!!, Knights of Sidonia oder Akuma no Riddle kennt. Rio wird von Yū Kobayashi vertont, welche schon eine längere Geschichte als Synchronsprecher in Animes hat. Einige ihrer bekannten Rollen sind etwa Ruka Urushibara aus Steins;Gate, Nice Holystone aus Baccano!, oder Mei Ren aus Dance in the Vampire Bund, um nur einige zu nennen. Aya Endō spricht Felicia und dürfte vielen aus Lucky Star, Guilty Crown, oder Fullmetal Alchemist : Brotherhood bekannt sein. Mit Eri Kitamura als Kureha, wurde ein weiterer Profi ins Boot geholt, welche mir vor allem noch als Yui aus Angel Beats im Gedächtnis geblieben ist. Weiterhin wirkte sie aber auch bereits bei Serien wie Blood+ als die dortige Protagonistin Saya Otonashi, oder Sayaka Miki aus Puella Magi Madoka Magica mit. In der selben Serie arbeite sie auch mit Aoi Yūki zusammen, welche die Rolle der namens gebenden Madoka Kaname sprach und in Sound of the Sky nun die Rolle von Noel übernahm. Man merkt der Serie an, dass man sich hier erfahrene Sprecher geholt hat, denn jeder schafft es wirklich blendend die (zwar stereotypischen) Charaktertypen der fünf Mädchen wieder zu spiegeln.
Abgerundet wird das ganze durch einen passenden Soundtrack aus der Feder von Michiru Ōshima, der auch schon der Fullmetal Alchemist-Serie seine persönliche Note verlieh. Generell würde ich den Soundtrack als eines der Highlights der Serie bezeichnen. Der Song Servante de feu des Künstlers Matthieu Ladouce fängt dabei am besten die Grundstimmung der Serie ein. Gerade in der letzten Folge ist dieses Lied der maßgebliche Handlungsträger.
Viele schätzen Sound of the Sky jedoch in erster Linie wegen seines beeindruckenden Opening. Wie schon bei Elfenlied bedient sich Mamoru Kambe den Werken von Gustav Klimt und ersetzt die vorkommenden Figuren durch seine eigenen Charaktere. Untermalt wird dies durch den Song Hikari no Senritsu von Kalafina, für mich ein absoluter Volltreffer, was das Opening mit zu einen der besten macht, die ich bisher gesehen habe.

Die fünf Hauptfiguren, so wie sie im Opening zu sehen sind.
Die fünf Hauptfiguren, so wie sie im Opening zu sehen sind. (©A-1Pictures)

 

Video:

Das Bildformat kommt in einem zeitgemäßen 1.77:1, bzw. 16:9 Verhältnis und zeigt für DVD-Verhältnisse erstaunlich gute Kontraste und Farben. Eine BluRay-Version der Serie wäre daher echt wünschenswert. Die Animationen sind klar und mir sind auch keine wirklichen Bildartefakte aufgefallen.

Audio:

Auch beim Ton im Format Dolby Digital 2.0 macht die DVD eine gute Figur. Die Aussprache klingt klar und deutlich, unter Kopfhörern hatte ich in einer Folge allerdings den Eindruck, dass die Stimmen etwas hallten, was aber auch eher an meinen Kopfhörern liegen kann. Die Serie kommt jedoch nur in japanischer Original-Sprachausgabe mit einschaltbaren deutschen und englischen Untertiteln daher. Hier ist das Timing nicht immer perfekt gesetzt, bzw. vermischte sich die Deutsche Untertitelspur vereinzelt mit der Englischen.

Extras:

Als Bonus gibt es zu den 12 Folgen der Serie noch zwei weitere Bonusfolgen in Form von OVAs. Weiterhin sind Vor- und Abspann ohne Text verfügbar. Ansonsten sind nur noch einige Trailer zu Serien von Beez Entertainment dabei. Ein kleines Artbook, wie etwa in der amerikanischen Version wäre noch sehr wünschenswert gewesen.

Fazit:

Die Serie Sound of the Sky überzeugt in erster Linie durch ihre Welt und Charaktere, für deren Charakterentwicklung sich viel Zeit genommen wird. Auf eine temporeiche Story wird deswegen zum größten Teil verzichtet. Trotzdem macht es Spaß sich Sound of the Sky anzuschauen, alleine schon wegen der detaillierten Hintergründe und Landschaften. Gleichzeitig hinterlässt die Serie einen leichten und optimistischen Grundton und bietet einfach nur schöne Animationen. Wer also eine ruhigere Story sucht, die sich Zeit für ihre Charaktere nimmt, ist mit dieser Serie bestens versorgt und bekommt daher von mir auch eine klare Kaufempfehlung. Für alle anderen lohnt sich ein Blick auf alle Fälle. In Europa wurde Sound of the Sky 2011 vom Unternehmen Beez Entertainment lizensiert, welches aber seit 2012 seine Veröffentlichungen eingestellt hat. Der Vertrieb in Deutschland erfolgt weiterhin über Alive, sodass die Serie zur Zeit also auch noch erhältlich ist.

Hier nochmal meine persönliche Bewertung von Sound of the Sky zusammengefasst:

Story:   4/5
Video:   5/5
Audio:  4/5
Extras: 3.5/5
——————–
Gesamt: 16.5/20

 

 

Bildquellen:
Beitragsbild 1
Beitragsbild 2

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s