Hexenjagd im Wilden Westen – DVD-Review: El Cazador de la Bruja

Die Kopfgeldjägerin Nadie lebt ein recht ruhiges Leben, bis sie den Auftrag bekommt ein bestimmtes Mädchen auszuliefern. Ihre Zielperson Ellis wird beschuldigt den berühmten Physiker Heinrich Schneider ermordet zu haben, doch diese kann sich nicht daran erinnern. Nadie entschließt sich kurzerhand Ellis bei ihrer Suche nach ihrer Vergangenheit und der Wahrheit zu helfen. Was sie allerdings nicht weiß, Ellis scheint übernatürliche Kräfte zu haben…

Worum geht es?

 Die junge Ellis wird beschuldigt, den Physiker Heinrich Schneider ermordet zu haben. Seitdem ist sie auf der Flucht vor ihren Verfolgern. Einige Zeit später wird sie in einem kleinen mexikanischen Dorf von der Kopfgeldjägerin Nadie aufgespürt. Doch statt ihren Auftrag folge zu leisten und Ellis an ihre Auftraggeber auszuliefern, beschließt sie dem unter Amnesie leidenden Mädchen zu helfen. Gemeinsam macht sie sich mit ihr auf eine Reise in Richtung der geheimnissvollen Stadt Winay Marka, die der Schlüssel zu Ellis Vergangenheit und deren offenbaren übernatürlichen Kräften zu sein scheint.

Die Handlung

El Cazador de la Bruja bildet Koichi Mashimos Abschlusswerk seiner Girls with Guns-Trilogie, die mit Noir und Madlax ihren Anfang nahm. Im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern bietet El Cazador etwas mehr Humor und weniger Action. Das zentrale Thema „Amnesie“ ist auch hier wieder Teil der Handlung und wird durch Ellis verkörpert, die sich nur bruchhaft an ihre eigenen Vergangenheit zu erinnern scheint. Die Story spielt sich in einer mexikanischen Gegend ab, sodass ein passendes Italo-Western Gefühl aufkommt. Für Spannung ist aber auch immer wieder gesorgt, da den beiden weblichen Protagonisten immer wieder zum tei kuriose Verfolger auf den Fersen sind.

Die Charaktere

Nadie stellt den relativ abgebrühten und cooleren Part des ungleichen Duos dar. Zu Beginn scheint Ellis für sie nur ein weiterer Auftrag zu sein, doch bald entwickelt sie eine tiefe Freundschaft zu dem mysteriösen Mädchen. Trotz ihrer wie ich finde passenden Charakterentwicklung im Laufe der Handlung, wird ihre Motivation, warum sie sich das alles antut, kaum deutlich, wodurch sie etwas blass wirkt.

© Bee Train/Victory Entertainment, Project Leviathan © 2011 VIZ Media Switzerland SA
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Ellis bringt mit ihrer mysteriösen Vergangenheit und den übernatürlichen Fertigkeiten eine gehörige Portion Mysterie in die Handlung. Allerdings ermüdet sie mit ihrer naiven Art manchmal einen als Zuschauer.

Die beiden interessanten Protagonisten werden durch nicht weniger interessante Nebencharaktere ergänzt, wodurch sich zeigt, dass Mashimos Werk vorallem durch die unterschiedlichen Charaktere glänzt.

Das Bild

Wie bereits bei Noir und Madlax übernahm auch dieses Mal das Studio Bee Train die Produktion und auch bei El Cazador werden einem schöne flüssige Animationen geliefert. Das Bild kommt dazu in einem passenden 16:9 Format daher.

Der Sound und die Synchronisation

Neben der deutschen Tonspur, kann man natürlich wie hierzulande gewöhnt auch auf die japanischen Originalspur mit deutschen Untertiteln schalten. Alles erklingt dabei in Dolby Digital 2.0, für eine DVD also sehr aus typisch.

Besonders die Musik trägt zur tollen Atmosphäre der Serie bei. Aber mit Yuki Kajiura als Komponistin verwundert das auch nur die wenigsten.

© Bee Train/Victory Entertainment, Project Leviathan © 2011 VIZ Media Switzerland SA
© Bee Train/Victory Entertainment, Project Leviathan
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Die Synchronisation übernahm die Berliner VSI Synchron GmbH. Ghadah Al-Akel gibt ihre Stimme Ellis und synchrnosierte bereits u.a. Michelle Rodriguez. Die Kopfgeldjägerin Nadie wird durch Tanya Kahana vertont und dürfte vielen aus Serien wie Angel Beats!, Magister Negi Magi oder Clannad bekannt sein. Weiterhin sind u.a. Gundi Eberhard (Kill la Kill, Detectiv Conan) und Peter Flechner (deutsche Stimme u.a. von Ben Affleck) zu hören. Ich persönlich finde die Sprecher passend besetzt und auch wenn mir sicherlich viele wiedersprechen werden, meine ich, dass sie auch eine gute Leistung gebracht haben.

Die Extras

Die Komplettbox von El Cazador beinhaltet alle sechs Volumes der Serie. In jedem davon befinden sich je zwei Postkarten mit Promo-Motiven zur Serie, macht also insgesamt zwölf. An sich eine tolle Sache, aber bei mir werden die Karten wohl immer in der DVD-Hülse bleiben.

Das Fazit

El Cazador bietet Spannung, Mystery, Dramatik und Spaß mit einem Hauch von abenteuerlichem Italo-Western. Die Handlung hat zwar mehrere Parallelen mit seinen beiden Vorgängern der Girls with Guns-Trilogie und kommt etwas kitschig daher, punktet dafür aber in Sachen Humor, den interessanten Charakteren und der grandiosen Musik von Yuki Kajiura. Wer schon Noir und Madlax mochte, wird hier sicher wieder seine Freude dran finden, aber auch so lohnt sich ein Blick rein.

Bewertung_ElCazador


© Bee Train/Victory Entertainment, Project Leviathan © 2011 VIZ Media Switzerland SA
© Bee Train/Victory Entertainment, Project Leviathan
© 2011 VIZ Media Switzerland SA

Info

El Cazador de la Bruja

Original Titel:   エル・カザド
Vorlage:                Kenichi Kanemaki
Regie:                     Koichi Mashimo
Musik:                    Yuki Kajiura
Studio:                   Bee Train
Publisher:            Kazé
Länge:                    650 min
Genre:                   Mystery, Abenteuer
Sprache:               Deutsch / Japanisch
Preis:                      85,99 €


Weitere Infos

Zu El Cazador ist parallel auch ein Manga in Japan im Akita Shoten Magazin Champion Red erschienen. Auch als Hörspiel wurde die Serie umgesetzt.


avatar_logoVerfasst von

Neben Uni-Alltag und Arbeit widmet er sich seinem Hobby – Anime, Manga und die japanische Popkultur. Hört in seiner Freizeit am liebsten Soundtracks, Rock und J-Pop. Ansonsten verbringt er Zeit mit Freunden on- und offline, oder zockt alleine Games.


Beitragsbild: © Bee Train/Victory Entertainment, Project Leviathan,
© 2011 VIZ Media Switzerland SA

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